Was wollen die Listen?

http://www.stupa-landau.de/fileadmin/redakteure/StuPa-Wahl/2017/wahlzeitung_deutsch.pdf

Liebe Leserinnen und Leser,

die StuPa-Wahl steht nun unmittelbar bevor und die beiden angemeldeten Listen haben auf facebook inzwischen die Flyer mit ihren Wahlprogrammen hochgeladen. Wahlprogramme durchlesen ist eher öde und langwierig. In Bologna-gerechten Häppchen wollen wir Euch diese Arbeit etwas erleichtern und haben uns durch die Flyer von Campus Grün Landau und den Antihelden* Landau gewälzt. Stück für Stück legen wir Euch kurz die Positionen der beiden Listen zu den verschiedenen Themenbereichen dar. Bitte beachtet, dass die Flyer nicht zwingend das gesamte Wahlprogramm enthalten, bisher aber auch keine anderen Materialien vorliegen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Beide Listen haben das Thema aufgegriffen. Campus Grün benennt das Thema in mehreren Unterpunkten und möchte konkret die Nutzung von To-Go-Bechern reduzieren und Blühstreifen, bzw. blühende Wiesen, gegen das Bienensterben am Campus errichten. Auch die Antihelden* greifen das Schlagwort auf. Sie verbinden damit, sehr ähnlich zu Campus Grün, die „Grünflächen am Campus zurückzuerobern“ und die Nutzung von Einweggeschirr zu reduzieren. Zusätzlich möchte sich die Liste gegen die nächtliche Beleuchtung der Bibliothek aussprechen.

Fazit: In diesem Punkt setzen sich die Listen sehr ähnliche Ziele. Da die Nachhaltigkeit traditionell grünes Metier ist, besetzen diese das Thema eine Spur konkreter als die Antihelden*.

Mobilität

Dieses Thema tangiert das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit, bedient aber auch andere, für Studierende wichtige, Faktoren. Beim landesweiten Semesterticket treffen sich die beiden Listen. Beide bejahen die EInführung, Campus Grün möchte die „Landesregierung an ihren Koalitionsvertrag erinnern“ und die Antihelden* berufen sich auf bereits geleistetes Engagement in diesem Bereich (vermutlich des aktuellen AStA, einige von dessen Mitgliedern stehen auch auf der Liste). Während Campus Grün sich für mehr Fahrradständer an Außenstellen (wie bspw. der AC oder der TN stark machen möchte), greifen die Antihelden das Thema Parkplatzsituation auf und möchten gegen die Pläne der Stadt zur kostenpflichtigen Bewirtschaftung des Parkplatzes vorgehen.

Fazit: Das landesweite Semesterticket ist ein Projekt mit langer Vergangenheit, das sich auf Landesebene entscheidet. Es ist beruhigend, dass beide Listen seine Umsetzung nicht ablehnen. Ansonsten dürfte Campus Grün eher die Rad- und die Antihelden* die Autofahrer*innen ansprechen.

Studienbedingungen

Im letzten Wahlkampf, direkt nach dem Streik, war dies noch ein Thema der Grünen. Diesmal schweigt sich der Flyer zu diesem Thema aus. Anders bei den Antihelden*: Die Liste macht die Bekämpfung der Bedingungen wie Raumnot, Dozierendenmangel etc. zu ihrem zentralen Versprechen.

Fazit: Nun ja, das Thema macht nicht umsonst den ganz besonderen „Charme“ unserer Universität aus. Eine Lösung ist kaum in Sicht, da die Landespolitik sich eisern weigert die Unterfinanzierung anzuerkennen. Nichtsdestotrotz macht es natürlich Sinn hier am Ball zu bleiben.

Gleichberechtigung

Mann/Frau, Arm/Reich, … – viele Faktoren bedingen ein erfolgreiches Studium und setzen unterschiedlich hohe Hürden. Beide Listen greifen das Thema auf. Die Grünen machen einen konkreten Vorschlag mit der paritätischen (a.k.a. zu gleichen Anteilen männlich und weiblich) Besetzung von Gremien der Studierendenschaft. Dagegen möchten sich die Antihelden* für eine Universität frei von Diskriminierung jeglicher Art einsetzen.

Fazit: Der freien Forderung der Antihelden* steht der konkrete Vorschlag von Campus Grün entgegen. Der aktuelle AStA allerdings ist mit zwei weiblichen Vorsitzenden und mehr Referentinnen als Referenten hier bereits den Forderungen von Campus Grün voraus.

Bibliothek

Es geht munter weiter. Campus Grün setzt sich für eine stärkere Digitalisierung der Bibliothek ein, während die Antihelden* eine bessere Ausstattung fordern.

Fazit: Die Digitalisierung erscheint sinnvoll, da ein digitales Buch beliebig oft ausgeliehen werden kann, ein gedrucktes je Exemplar nur einmal. Die Antihelden* bleiben hier etwas schwammiger, meinen aber unter Umständen genau das gleiche wie Campus Grün.

Campuskultur/Vielfalt

Beide Listen betonen eine Förderung der Arbeit von Hochschulgruppen. Die Antihelden* fahren hier allerdings massiv auf. Einerseits möchten sie sich konkret für die Wiedereinführung der Atriumsfete einsetzen. Außerdem möchte die Liste die Nutzungsgebühren der Uni für Fachschaften und Hochschulgruppen bekämpfen.

Fazit: Hier punkten die Antihelden mit mehreren konkreten Zielsetzungen, die sicher auch bei einigen Studis hohe Priorität genießen (Atriumsfete). Campus Grün ist in diesem Punkt deutlich zurückhaltender mit den Wahlversprechen.

Weitere Ziele Campus Grün

Die Grünen möchten sich für Wlan in allen Studierendenwohnheimen einsetzen (ja, das ist im Jahr 2017 tatsächlich noch ein Problem)und eine Zivilklausel (Selbstverpflichtung der Universität zu ausschließlich friedlicher Forschung) erreichen. Sie fordern eine ausreichende Beleuchtung auf dem Weg im Fort ein (der Weg zum Studiwohnheim an der Godramsteiner Str. und „die stille Post zwischen Universität und Stadt“ durch Kooperationen „LAUT […] machen“. Außerdem sollen die Beschlüsse des StuPa digitalisiert und damit allen Studierenden leichter zugänglich gemacht werden.

Weitere Ziele Antihelden*

Die Antihelden versprechen den Kampf gegen den Wohnraummangel und die Teuerung des bestehenden Wohnraumes.

Fazit: Es sieht in diesen Kategorien ein wenig unwuchtig aus, aber das täuscht. Campus Grün nimmt sich sehr vieler „kleinerer“ und konkreterer Probleme an, die Antihelden* haben sich einen Mordsklopper ins Wahlprogramm geschrieben. In diesen Punkten ist zumindest absehbar, dass die Wohnraumsituation die Studierenden in den Wohnheimen weniger kratzt, das fehlende Wlan und ein sicherer Heimweg schon eher. Alle anderen Studis dürften beim Thema Wohnraum schon eher aufhorchen. Die Mieten sind in Landau ordentlich angezogen und auf ein freies Zimmer kommen oft 30+ Bewerbungen. Interessant dürfte der Versuch der Grünen werden, die stille Post der Uni mit der Stadt transparenter zu Gestalten – die Position der Universitätsbeauftragten der Stadt Landau hat seit drei Jahren Sophia Maroc inne, die ehemalige Sprecherin der Liste.

Gesamtfazit

Die Schwerpunkte der beiden Listen liegen bei der ökologischen Nachhaltigkeit (Campus Grün) und der Förderung der Studi-Kultur (Antihelden*) – zumindest wenn es nach der Zahl der, zum jeweiligen Themenbereich ausformulierten, Wahlversprechen geht. Insgesamt wirkt das Wahlprogramm von Campus Grün etwas nüchterner, da die Liste beinahe jedes Ziel sehr konkret, inklusive Lösungsansatz, benennt und damit viele, kleine Schritte zur Verbesserung der Situation für Studierende schaffen möchte. Die Antihelden* dagegen sind in der Formulierung ihrer Wahlversprechen etwas weniger konkret, haben aber die zwei wichtigen Themen Wohnraum und Studienbedingungen mit auf der Agenda.

Übrigens:
Hier geht es zu unserer kleinen Wahlumfrage auf facebook. Ihr seid herzlich eingeladen daran Teilzunehmen und wir sind gespannt wie genau die Prognose am Ende ausfällt.

1 Kommentar

  1. Toller Artikel, der deutlich macht, dass sich Wählen lohnt! Nur mit einer Sache bin ich nicht komplett einverstanden. Man hätte bei dem Thema Wohnraum durchaus darauf hinweisen können, dass Campus Grün sehr wohl dieses Thema sehr wohl und vor allem so konkret, wie weder AStA noch irgendeine andere Liste besetzt. Campus Grün hat eine Veranstaltung zum Studentischen Wohnraum gemacht und zusammen mit der Fraktion im Stadtrat sogar ganz konkrete Pläne entworfen.
    Strichpunkte: Städtische Baugesellschaft und der Fokus auf WG-Wohnungen im gemischten Verhältnis.
    Die Eigeninitiative der Studierendenschaft um selbst eine Immobilie zu erwerben und einiges mehr.

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