Frei* sein,

Immer wieder werden mir die eigenen Hindernisse bewusst, die internalisierten Ansprüche und Blockaden…

Während ich lautes Improvisationsgeklänge lausche, die die Wg aus ihrer Gitarre, einem Akkordeon und ihrem Stimmapparat hervorbringt, schreibe ich diese Zeilen in unserer WG Küche nieder. Meine Mutter ist gerade dabei, fast über mein PC Kabel zu stolpern und wir alle haben soeben eine Portion Schokolade verspeist, die materialistisch kapitalistische Art Danke zu sagen. Ich fühle mich wie Che Guevara, der hiermit seinem täglichen Tagebucheintrag nachgeht. Keine Ahnung warum, vielleicht weil ich letztens bewundernd sein Buch in der Hand hielt, und die Glorifizierung, die ihm zugestanden wurde, aus allen Poren des Buches in mir aufnahm.

Also worum soll es hiermit gehen? Als ich von meinem abendlichen Treffen mit einem befreundeten Menschen aus Godramstein mit dem Fahrrad nachhause fuhr, sind mir die folgenden Gedankenimpulse gekommen

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*** Jamen, Improvisieren, ImproTheater, Freestyle Rap, Loslassen von Regeln, von Konventionen, es fällt unglaublich schwer…

*** Eine alternative Lebensart, die sich dem alttäglichen gelernten Leben entgegenstellt, ein Gegenentwurf zum kapitalistischen Lebensweise im gesellschaftlichen System; die eigene Stimmen zu erheben, dabei unterstützt und supportet zu werden, sich selbst zu ermächtigen, sich selbst zu sein und sich trauen die eigenen künstlerischen Impulse möglich werden zu lassen und zu manifestieren

*** Entschleunigung, Back to the roots, was nicht nur Spiele, Spaß und Freude heißt aber eben mehr Balance zwischen Ernst, Plan, Zukunft und im Hier und Jetzt sein.
Mehr, als das was das Leben der meisten bisher beherrschte.

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Jedes Mal aufs Neue kostet es mir eine Menge Mut ganz ohne Plan und Regel drauflos zu musizieren, zu singen und zu malen.
Nach wenigen Minuten lass ich es dann manchmal auch schon wieder sein. Denke, dass es keinen Wert hat, blöd klingt, nicht gut ist, nicht sein soll. Erst durch die Ermutigung eines anderen Punk Musikers aus Spanien, „just try“,  „here take the guitar“ lernte ich einfach loszuspielen, durch die Aufforderung. Ein Künstler aus Berlin ließ erst letztens verlauten „wir alle sind Künstler*innen, wir alle machen Kunst, jeden Tag, wir müssen sie nur als Kunst begreifen. Es ist an Ausdrucksweisen noch viel mehr möglich, wir alle erschaffen Dinge, kreieren, gestalten. Wir alle haben diese Fähigkeit! Es muss nur in einem größeren Kontext dazu betrachtet werden.“
Ein anderer Punk, der seit 20 Jahren umherzieht und ursprünglich aus Polen war und aus einer AnarchoPunk Beziehung entsprang, meinte passend zu mir „just take the bridge“. Er kann unglaublich viele Sprachen und meinte, ich soll einfach drauf loslegen, nicht so viel nachdenken, mich selbst blockieren, oder meine Impulse zügeln oder fernhalten und mich selbst einengen, sondern mir selbst einfach die Freiheit geben, …
                                                                                               ohne Angst.

Meine Angst es „FALSCH“ zu machen, es „NICHT RICHTIG“ zu machen, es ist schon so fest drin.
Es lässt sich kaum entfernen, nur mit ganz viel Willen und Übung…

ich versuche es, ich sehe wie leicht es so manch anderen Menschen  fällt, die es schon länger so machen… und würde es auch so gerne, so leicht und flockig tun,

Leute die einfach frei von allem herumtanzen, lachen, atmen, einfach sind

ohne Konventionen, das ist mein Wunsch für die Zukunft,

genauso Leben Lieben Lachen, frei und selbstorganisiert, lebendig und aus dem Bauch raus, die Intuition fließen lassen,
natürlich und ungezwungen
,

Genauso wollen diese Zeilen auch auf Papier gebracht werden, ohne Rechtschreibkorrektur, ohne jedes Wort auf die Wage zu legen, sondern organisch aneinandergereiht.

Ohne Ziel, ohne Rollen, einfach so …. Sein.  

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