Fairtrend

Das gute Gewissen für den kleinen Geldbeutel

pasja 1000/ pixabay.com

Egal in welchen Discounter, sie stehen dort überall. In den Regalen, auf dem Boden, in den Prospekten. Fairtrade-Produkte und dann auch noch Bio. Da denkt sich der Umweltbewusste sozial eingestellte Studi doch: „Wunderbar, endlich ohne schlechtes Gewissen im Discounter einkaufen gehen!“
Was zu schön klingt um wahr zu sein, nämlich ökologisch nachhaltige Produkte für die Massen, ist es auch. Es ist zu schön um wahr zu sein. Nein die dort angebotenen Produkte sind jetzt auf einmal nicht mehr Bio oder Fairtrade. Nein die dort angebotenen Produkte sind jetzt keine Mogelpackungen um sozial eingestellten Menschen ein gutes Gewissen zu verkaufen – ok doch, das sind sie schon. Die Problematik liegt deutlich tiefer. Zum einem gibt es einen Haufen Bio– und Fairtradesiegel die keinen Ansprüchen genügen um sowohl eine ökologisch nachhaltige sowie eine nicht ausbeutende Praxis eines Unternehmens oder eines Produktes zu bestätigen. Dies liegt daran, dass Bio und Fairtrade momentan im Trend sind. Die Unternehmen möchten ihre Gewinne maximieren und denken sich daher ganz viele Werbetricks aus sich ein grüneres sozialeres Image zu verpassen mit nur einem Ziel: Gewinnmaximierung.

Wir halten mal das Argument der Gewinnmaximierung im Hinterkopf und gehen in den Aldi einkaufen und zwar was ganz einfaches: Kaffee. Kaffee ist deswegen ein so schönes Beispiel, weil Kaffee nur eine Zutat hat, nämlich Kaffee. Wenn ihr nun Bock auf einen Kaffee habt liegt es eventuell daran, dass ich das Wort so oft verwendet habe. Wir finden im Aldi nun einen wunderbaren Fairtrade Biokaffee und freuen uns des Lebens das wir dieses tolle Getränk kaufen können und den Planeten ein Stück besser gemacht haben – und das zu einem unglaublich günstigem Preis!
Nun rekapitulieren wir diese Situation und überlegen uns nochmal wo wir sind. Bei Aldi. Einem Discounter, welcher nicht nur durch niedrige Preise besticht sondern auch bei vielen seiner Zulieferer und auch in den eigenen Filialen einem niedrigem Lohn, reiner Gewinnmaximierung und dem Verkauf von Produkten die weder nachhaltig oder sozial Produziert worden sind. Ich mache die Welt nicht besser, wenn ich in einem Laden der nur durch pure Ausbeutung von Mensch und Planet Gewinn abwirft, vermeintliche Bioprodukte kaufe. Der Kaffee wird mit dem Siegel nicht auf einmal Fairtrade wenn auf eine Packung Fairtradebiokaffee hundert Packungen nonfairtrade, nonbio Kaffee kommen. Ich bin durch den Kauf nicht besonders Öko oder Sozial, sondern einfach auf Greenwashing reingefallen.
Wenn ihr euch nachhaltig ernähren und leben wollt, geht bitte in das Füllhorn, oder den Unverpackt Laden oder in die vielen kleinen anderen Oasen in denen wirklich Fairtradeprodukte angeboten werden, auch das Weltherz ist da definitiv eine Adresse die besucht werden sollte.

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